Das polnische Entwicklerteam Techland (Call of Juarez-Serie) präsentiert unter dem Label von Publisher Deep Silver den Arcade-Offroad-Racer nail'd. Wir haben das abgefahrene Rennspiel für euch getestet. Und bitte nicht aufs Anschnallen vergessen. Es folgt ein wilder Ritt.
Schnell, schneller, nail'd Bereits nach den ersten Metern steht fest: Der neuste Techland-Titel ist nichts für Leute, die auf ein realistisches Gameplay aus sind. Mit einem Affenzahn brettern wir fast senkrechte Steilhänge hinauf oder hinab, umkurven unzählige Hindernisse wie
Bäume, Felsen oder anrauschende Schnellzüge, springen über scheinbar bodenlose Abgründe und erfreuen uns an knalligen Explosionen, wenn mal wieder ein Kontrahent an einem startenden Heißluftballon zerschellt. nail'd spielt sich wie eine Mischung aus Disneys Offroad-Raser Pure und dem Stunt-Rennspiel Trackmania an und sorgt regelmäßig für spektakuläre Szenen. Da hüpfen wir über an Hubschrauber baumelnde Rampen, rasen auf achterbahnmäßig konstruierten Pipelines oder fliegen in gefühlt 300 Metern Höhe durch skurrile Felsformationen. Dabei bieten die organisch wirkenden Strecken jede Menge Alternativrouten, die zum wilden Ausprobieren einladen und von denen eine absurder ist als die andere. Die brachialen Rennen erfordern jedoch nicht nur einen starken Magen, sondern vor allem auch gute Reflexe und höchste Konzentration, denn nail'd ist rasend schnell und bestraft Fehler rigoros. Nur eine halbe Sekunde zu spät reagiert, schon kracht man gegen einen Felsen. Einsteiger dürfte das trotz des gut gemachten Tutorials und der drei Schwierigkeitsgrade schnell überfordern. Selbst fortgeschrittene Raser-Fans werden in nail'd eine gehörige Portion Frustresistenz mitbringen müssen, wenn sie aufs Siegertreppchen wollen.
Die Karriere
Dreh- und Angelpunkt im Rennspiel ist die Weltmeisterschaft. Diese ist in vier von Beginn an verfügbare Szenarien (Arizona, Griechenland, Yosemite-Nationalpark und die Anden) unterteilt und bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Meisterschaften. Das Problem dabei: Schon nach zwei Spielstunden wiederholen sich die jeweils nur vier Strecken, und auch die Modi gewinnen weder Umfangs- noch Innovationspreise. Neben klassischen Rennen gibt es lediglich Stunt-Herausforderungen, die im Grunde ebenfalls normale Rennen auf bereits bekannten Kursen sind, nur dass wir hier Punkte durch riskante Manöver sammeln müssen. Ebenfalls kritikwürdig: das magere Fahrzeugarsenal. Lediglich Quad und Bike stehen zur Verfügung - und die spielen sich zu allem Überfluss auch noch komplett ident. In der Werkstatt verändert ihr zwar bestimmte Merkmale wie das Lenken am Boden und in der Luft, die Boost-Kapazität und Derartiges, aber spielerische Auswirkungen hat eure Schrauberei höchstens, wenn ihr extrem unvorteilhafte Einstellungen vornehmt. Neben Karosserie, Auspuff, Motor, Lenker, Stoßdämpfer und den Rädern wechselt ihr auf Wunsch auch den Fahrer und bekleidet sie oder ihn so, wie ihr möchtet. Im Laufe des Spiels werden neue Kleidungsstücke genauso freigeschaltet wie stylische Lackierungen und frische Teile für euer Gefährt.
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