Trine 2 - Test/Review
Knapp zwei Jahre nach dem erfolgreichen Indie-Titel „Trine“ geht nun Entwicklerteam Frozenbyte in die zweite Runde.
Von Christoph Miklos am 23.12.2011 - 10:29 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox 360

PlayStation 3

PC

Publisher

dtp entertainment

Entwickler

Frozenbyte

Release

09.12 2011

Genre

Geschicklichkeit

Typ

Vollversion

Pegi

12+

Webseite

Media (26)

Märchenstunde

Knapp zwei Jahre nach dem erfolgreichen Indie-Titel „Trine“ geht nun Entwicklerteam Frozenbyte in die zweite Runde. Trine 2 bietet wieder hervorragend unterhaltsame Rätselkost, schöpft sein Potenzial aber nicht vollständig aus. Warum, könnt ihr in unserem Test nachlesen.
Es war einmal…
Auch Teil 2 wartet mit einer kaum aufregenden Handlung auf: Der titelgebende Trine, ein mysteriöses wie ebenso mächtiges Artefakt, trommelt erneut die aus dem Vorgänger bekannten Helden zusammen, die einmal mehr ausrücken müssen, um ihr Königreich zu retten. Warum bleibt zunächst unklar. Die Story scheint den Entwicklern vernachlässigbar genug, um sie zwischen den Levels in kleinen Textbröckchen zu erzählen. Nur selten stolpern wir in unserem Test über eine kurze Zwischensequenz. Und so hüpfen, klettern, schwingen und tüfteln wir uns durch zwölf abwechslungsreiche Kapitel, angetrieben vor allem von der Motivation des Entdeckens. Natürlich sind auch wieder die drei bekannten Helden aus dem Vorgängerteil (Magier Amadeus, Ritter Pontius und Diebin Zoya) mit von der Partie.
Doch mal Hand aufs Herz: Trine war sowieso nie berühmt für seine spannenden Geschichten. Das Spiel lebt in erster Linie von seinem cleveren Rätseldesign. Anfangs reicht noch eine Kiste, um die Mauer zu erklimmen. Später blicken wir in tiefe Abgründe, tödliche Säurebecken oder in die Augen einer gefräßigen Riesenspinne. Und wir treffen auf Schalter- und Portalrätsel, die uns all unseren Hirnschmalz abverlangen. Dank zahlreicher Rücksetzpunkte sowie der tadellosen Steuerung, sowohl auf dem Gamepad als auch via Maus und Tastatur, hält sich der Frust in Grenzen. Außerdem bleiben die Rätsel durchweg fair und sind auch im Alleingang zu schaffen, denn wir dürfen zwischen den Figuren jederzeit wechseln. Bequemer geht‘s aber im Mehrspielermodus, da die Kopfnüsse mit fremder Hilfe deutlich einfacher zu knacken sind.
Pimp your hero
Fans des Vorgängers werden vielleicht etwas enttäuscht darüber sein, dass man auch in Trine 2 mit einem „geschwächten“ Helden in den Kampf zieht - denn immerhin stampfte Amadeus am Ende des ersten Teils bis zu vier Kisten aus dem Boden, Pontius verfügte über ein Flammenschwert und Zoya schoss mit Eispfeilen auf Feinde. In Trine 2 starten wir jedoch bei Null und müssen unsere Recken abermals aufpäppeln. Schade: Nach neuen Fähigkeiten sucht man in den drei Talentebäumen vergebens. Neu ist lediglich Zoyas Schattenaffinität, die sie zehn Sekunden lang unsichtbar werden lässt. Einen Levelaufstieg inklusive Talentpunkt gibt es nach dem erfolgreichen Einsammeln von 50 magischen Gegenständen, die wir in der hübschen Märchenwelt zu Haufen finden.
Apropos Ausrüsten: Damals lohnte sich das Erkunden bereits absolvierter Levels, denn einige Talente gewährten uns Zutritt in zuvor verborgene Passagen. In dunklen Höhlen konnten wir Ausrüstungsgegenstände erbeuten, die uns zusätzliche Boni spendierten. Im Nachfolger lohnt sich der Aufwand hingegen kaum. Die Entwickler haben die motivierende Item-Jagd gestrichen, in Schatzkisten finden wir neben Konzeptzeichnungen ausschließlich nutzlose Kinderreime.
Unser Preview-/Review-Video zu Trine 2
Klonkampf
Einer der größten Kritikpunkte an Trine 2 (mal abgesehen von den fehlenden Neuerungen) sind die Klongegner. Trotz zweijähriger Entwicklungszeit haben es lediglich eine Handvoll Gegnerklassen in das Spiel geschafft. Goblins und Höhlenspinnen sowie krabbelnde Echsenkreaturen sind die einzigen Feinde, die sich uns entgegenstellen.
Die Technik
Bereits in der Preview-Version kamen wir nicht mehr aus dem Staunen heraus - Trine 2 sieht einfach nur verdammt gut aus. Der neue Grafikmotor zaubert wunderschöne Locations, stimmige Lichtspielerrein und fantastische Partikeleffekte auf den Monitor. Auch beim Sound haben sich die Entwickler keinen Patzer erlaubt. Musik und Umgebungsgeräusche passen stets zum Gezeigten. Wer möchte, kann die Spielsprache (Deutsch oder Englisch) vor jedem Start ändern und so seinen eigenen Vorlieben anpassen.

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