Sapphire NITRO+ X870EA PhantomLink - Test/Review
Verdeckte Kabel werden zunehmend zum Standard moderner PC-Builds.
Von Christoph Miklos am 09.05.2026 - 13:39 Uhr

Technik & Ausstattung


Anschlüsse und Technik


Unser Testmuster besitzt 1x PCIe 5.0 x16, 2x PCIe 4.0 x16 (x4), 2x M.2/M-Key (PCIe 5.0 x4, 2280), 2x M.2/M-Key (PCIe 4.0 x4, 2280), 1x M.2/E-Key (2230, belegt mit WiFi+BT-Modul) und 4x SATA 6Gb/s (X870E). Zur besseren Kühlung der M.2-SSDs (max. 4 Stück) gibt es passive Kühlkörper. Darüber hinaus verfügt unser Testmuster über vier RGB-Header: 3x 3-Pin ARGB (+5V/DATA/GND) und 1x 4-Pin RGB (+12V/G/R/B). Wi-Fi 7 (WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be), Bluetooth 5.4 und eine Debug-LED sind ebenfalls mit von der Partie. Sonstigen internen Anschlussmöglichkeiten:
1x USB 3.2 Header Key-A (20Gb/s, PD-Out 30W, 1x USB-C) 1x USB 3.0 Header 20-Pin (5Gb/s, 2x USB-A) 2x USB 2.0 Header 9-Pin (480Mb/s, 4x USB-A) 1x seriell Header 1x Speaker Header 1x CPU-Lüfter 4-Pin PWM 3x Lüfter 4-Pin PWM 1x AIO-Pumpe 4-Pin PWM 1x 24-Pin ATX 2x 8-Pin EPS12V 1x GC-HPWR (BTF/PhantomLink) 1x 12V-2x6 (für GC-HPWR) Die externen Anschlüsse in der Übersicht:
1x HDMI (iGPU) 2x USB4 mit DisplayPort (40Gb/s, PD-Out 15W, iGPU) 4x USB-A 3.1 (10Gb/s) 4x USB-A 3.0 (5Gb/s) 2x USB-A 2.0 (480Mb/s) 3x 3.5mm Klinke (Realtek ALC897) 1x RJ-45 (5GBase-T, Realtek RTL8126) 2x Antennenanschluss RP-SMA

PhantomLink im Detail


Sapphire PhantomLink ist ein spezielles Verbindungssystem für moderne Grafikkarten und Mainboards. Bei herkömmlichen PCs wird die Grafikkarte über sichtbare Stromkabel direkt vom Netzteil versorgt. PhantomLink verändert dieses Prinzip, indem die Stromversorgung über einen zusätzlichen Hochleistungsanschluss direkt am Mainboard erfolgt. Dadurch müssen keine sichtbaren Stromkabel mehr an die Vorderseite der Grafikkarte angeschlossen werden. Technisch arbeitet PhantomLink mit einem speziellen Anschluss neben dem PCIe-x16-Slot des Mainboards. Die kompatible Grafikkarte besitzt auf ihrer Unterseite passende Kontakte. Sobald die Grafikkarte eingesetzt wird, verbindet sie sich automatisch mit diesem Anschluss. Das Netzteil liefert den Strom zunächst an das Mainboard, von dort wird die Energie über Leiterbahnen und den PhantomLink-Connector direkt zur Grafikkarte weitergeleitet.
Das Ziel dieses Systems ist vor allem ein sauberer und moderner PC-Aufbau. Da keine dicken GPU-Kabel mehr sichtbar sind, wirkt das Innere des Computers deutlich ordentlicher. Zusätzlich verbessert sich häufig der Luftstrom im Gehäuse, weil keine Kabel den Weg der Kühlluft behindern. Auch der Einbau kann einfacher sein, da die oft steifen 12V-2x6-Kabel moderner High-End-Grafikkarten entfallen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die mechanische Belastung auf den Grafikkartenanschluss reduziert wird. Bei klassischen Stromkabeln entsteht häufig seitlicher Druck auf den Stecker der Grafikkarte. PhantomLink vermeidet dieses Problem, da die Verbindung direkt über das Mainboard hergestellt wird.
Das System besitzt jedoch auch Nachteile. PhantomLink funktioniert nur mit speziell kompatiblen Mainboards und Grafikkarten. Normale GPUs können diese Technik nicht nutzen. Dadurch ist die Hardwareauswahl momentan noch eingeschränkt. Außerdem wird ein großer Teil der elektrischen Last nun über zusätzliche Kontakte und Leiterbahnen des Mainboards geführt. Einige Nutzer sehen darin ein mögliches Risiko, da moderne High-End-Grafikkarten sehr hohe Ströme benötigen. Langfristige unabhängige Tests zur Haltbarkeit und thermischen Belastung des Systems gibt es bisher noch kaum. Zusätzlich kann die Fehlersuche komplizierter werden, falls der spezielle Connector oder die Stromversorgung Probleme verursacht. Bei herkömmlichen PCs lassen sich Stromkabel einfach austauschen, während PhantomLink stärker vom gesamten Mainboard-Design abhängig ist.
Insgesamt ist PhantomLink eine moderne Weiterentwicklung des sogenannten „Cable-Free“- oder „Back-Connect“-Konzepts. Die Technik soll den PC-Innenraum sauberer, übersichtlicher und optisch hochwertiger machen. Ob sich das System langfristig als neuer Standard durchsetzt, hängt davon ab, wie zuverlässig die Technik im Alltag funktioniert und ob weitere Hersteller ähnliche Lösungen unterstützen.

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