Neverdead - Test/Review
Rebellion, das Entwicklerteam hinter der beliebten Aliens vs. Predator-Serie stattet mit Neverdead dem 3rd-Person-Action-Genre einen Besuch ab.
Von Christoph Miklos am 13.02.2012 - 09:33 Uhr

Fakten

Plattformen

Xbox 360

PlayStation 3

Publisher

Konami

Entwickler

Rebellion

Release

02.02 2012

Genre

Action

Typ

Vollversion

Pegi

18+

Webseite

Preis

51,99 Euro

Media (64)

Kopf-, Bein- und Armlos

Rebellion, das Entwicklerteam hinter der beliebten Aliens vs. Predator-Serie stattet mit Neverdead dem 3rd-Person-Action-Genre einen Besuch ab. Ob das neue Werk gelungen ist?
Die alte Leia: Gut gegen Böse
In Neverdead schlüpfen wir in die unsterbliche Polygonhaut von Bryce Boltzmann, der hauptberuflich Dämonen den Gar ausmacht. Im Kampf gegen das Böse wird er von der sehr attraktiven Agentin Arcadia unterstützt. Den Grund dafür, dass unser Held trotzdem so schlecht gelaunt ist findet man in der Vergangenheit: Bereits vor 500 Jahren kämpften er und die Liebe seines Lebens zusammen gegen fiese Unterweltwesen. Sie waren die Besten in ihrem Job, doch dann trafen sie auf Dämonenkönig Astaroth. Der streckte kurzerhand die Gattin nieder und verdammte Boltzmann zur Unsterblichkeit. Geplagt von Schuldgefühlen und Rachegelüsten hat er sich über die Jahrhunderte zu einem zynischen Macho entwickelt, der nur dafür lebt, Fieslingen in den Hintern zu treten. Also schlüpfen wir in die nicht mehr ganz taufrische Haut des Dämonenjägers und versuchen endlich, unseren Rachedurst zu stillen.
Wo ist der Arm?
In der Third-Person-Perspektive schnetzeln wir uns mit Bryce durch nicht enden wollende Gegnerhorden. Unser Waffenarsenal umfasst die Genre-typischen Pistolen und natürlich ein übermächtiges Schwert für Nahkampfangriffe. Das kennen wir bereits aus anderen Spielen, doch jetzt wird es -etwas- interessant: Die Angriffe der feindlichen Fantasy-Monster können ihn zwar nicht töten, wohl aber zerstückeln. Und da sind wir auch schon beim Kernstück des Spiels angelangt: Im Kampf verliert unser Held laufend seine Gliedmaßen - im schlimmsten Fall bleibt nur der Kopf übrig. Doch keine Sorge, mit einer schnellen Rolle über den abgetrennten Körperteil setzen wir uns wieder zusammen. Da man von diesem Gameplay-Feature sehr schnell übersättigt ist haben die Entwickler auch ein automatisches Regenerationssystem eingebaut. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass die ständige Sucherei nach fehlenden Gliedmaßen auf Dauer extrem nervig ist. Allem Anschein nach wollte Rebellion mit diesem neuartigen „Lebensbalken“ über die fehlende Abwechslung hinwegtäuschen. Auch die gelegentlichen Minirätsel und das halbherzig umgesetzte Verbesserungssystem (die meisten Fähigkeiten bzw. Combos braucht man sowieso nicht) holen Neverdead nämlich nicht aus der Mittelmäßigkeit heraus.
Kampf mit der Steuerung
Wo der Macho-Held und seine eigenwillige Partnerin nach und nach unsere Sympathie gewinnen, verlieren wir stetig Gefallen an der eigenwilligen Kameraführung und dem sturen Anvisieren falscher Gegner. Viel zu oft stehen wir in Ecken, aus denen wir nicht herauskommen, weil unaufhaltsame Monstermassen uns keine Möglichkeit geben, zu sehen wo der Ausgang ist. Vor allem im Schwertkampf lässt sich die Kamera nicht manuell drehen und so verfehlen wir oft unser Ziel, weil wir stattdessen eine zerstörbare Säule, Vase oder Wand anvisieren. In Kombination mit der hakeligen und ungenauen Steuerung drückt das den Spielspaß an einigen Stellen stark.
Technisch veraltet
Auch puncto Technik und Sound weiß Neverdead nicht so richtig zu überzeugen. Matschige Texturen, zahlreiche Clippingfehler und eine nervtötende Trash-Metal-Musik sorgen für lange Gesichter. Zumindest die englische Sprachausgabe und das (extrem) abgefahrene Charakterdesign sorgen für ein bisschen Licht am Ende des Tunnels.

Fazit und Wertung

Christoph meint: Kann man getrost im Regal stehen lassen!

Ein neuartiges „Heilsystem“ und interessante Charaktere können leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass Neverdead lediglich mittelmäßige Nonstop-Schnetzelkost ist. Die extreme Armut an Abwechslung und das hoffnungslos veraltete Grafikgerüst in Kombination mit einer verhunzten Steuerung lassen den Spielspaß kontinuierlich sinken. Oder kurz gesagt: Mit Gears of War 3 und Vanquish stehen deutlich bessere Alternativen zur Verfügung.

50%
Grafik
6
Sound
7
Bedienung
5
Spielspaß
5
Atmosphäre
5
Preis/Umfang
5
Richtig gut
  • hübsche Videos
  • solide Sprachausgabe
  • cooler Charaktere
  • neue Ideen
Verbesserungswürdig
  • matschige Texturen
  • unrealistische Physik
  • Kantenflimmern
  • zahlreiche Clippingfehler
  • 08/15 Musik
  • hakelige Steuerung
  • eigenwillige Kameraführung
  • 0 Abwechslung
Anforderungen
• Sony PlayStation 3 Konsole
• Microsoft Xbox 360 Konsole
Getestet für
• Microsoft Xbox 360
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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