Ihre Daten liegen in der EU, aber gelten auch die EU-Gesetze?
Von Christoph Miklos am 22.06.2026 - 04:04 Uhr - Quelle: Pressemitteilung

Fakten

Hersteller

Kingston Technology

Release

1987

Produkt

Arbeitsspeicher

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Mit den wachsenden regulatorischen Anforderungen in der EU steigt für Unternehmen der Druck, genau nachzuvollziehen, wo ihre Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie unterliegen. Dadurch rücken zentrale Aspekte der Cloud-Infrastruktur, der SaaS-Nutzung und der unternehmensweiten Datenstrategie stärker in den Fokus, insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmend kritischen Bewertung von Datenzugriffen aus Drittstaaten durch Aufsichtsbehörden, die über den reinen Speicherort hinausgeht.
Die Datensouveränität in der EU hat sich in kurzer Zeit von einem reinen Compliance-Thema zu einer strategischen Priorität auf Vorstandsebene entwickelt, getrieben durch rechtliche, operative und geopolitische Risiken. Regulierungen wie die DSGVO, der Data Act, der Data Governance Act sowie die European Strategy for Data veranlassen Unternehmen dazu, ihre Strategien zur Speicherung, Verarbeitung und Absicherung von Daten grundlegend zu überdenken. Für Rechenzentren bedeutet dies einen stärkeren Fokus auf Compliance, Transparenz und Resilienz, statt ausschließlich auf Performance. Für kleine und mittlere Unternehmen ergeben sich zugleich zunehmend komplexe Fragen zur Datenlokation in der Cloud und zu potenziellen rechtlichen Risiken durch ausländische Rechtsordnungen.
Mit der zunehmenden Cloud-Adoption hat sich die EU-Datensouveränität von einem reinen Compliance-Thema hin zum Zentrum infrastruktureller Entscheidungsprozesse entwickelt. Unternehmen wollen klare Kontrolle darüber, wo ihre Daten gespeichert sind und welche Gesetze darauf Anwendung finden. Während sie Zuständigkeiten, Zugriffsrechte und Governance neu bewerten, verlagert sich der Fokus zunehmend auf EU-kontrollierte Infrastruktur. Um diesen Wandel zu unterstützen, werden Technologiepartner benötigt, die schnelle, sichere und verschlüsselte Speicherung bereitstellen, die grundlegende Ebene, welche souveräne, transparente und resiliente Cloud-Umgebungen in ganz Europa ermöglicht.
— Bernd Dombrowsky, VP Sales & Marketing, Kingston, EMEA
Was bedeutet EU-Datensouveränität?
EU-Datensouveränität beschreibt die Fähigkeit sicherzustellen, dass Daten, die innerhalb der EU entstehen, grundsätzlich den Gesetzen und Durchsetzungsmechanismen der Europäischen Union unterliegen, unabhängig von ihrem physischen Speicherort. Sie geht dabei über die DSGVO hinaus und umfasst auch Fragen zu Zugriffsrechten, grenzüberschreitenden Datenübertragungen sowie zur rechtlichen Kontrolle durch Cloud- und Infrastrukturanbieter. Neue Regelwerke wie der Data Act, der Data Governance Act und NIS2 stärken diesen Ansatz, indem sie Transparenz, Kontrolle und Risikominimierung weiter ausbauen – insbesondere im Hinblick auf mögliche Zugriffe aus Drittstaaten, ohne die Nutzung globaler Hyperscaler grundsätzlich einzuschränken.
Datenresidenz vs. Datensouveränität und warum der Unterschied entscheidend ist Datenresidenz beschreibt den physischen Speicherort von Daten. Datensouveränität hingegen bestimmt, welchem rechtlichen Rahmen diese Daten unterliegen. Selbst Daten, die in Rechenzentren innerhalb der EU gespeichert sind, können einer außereuropäischen Jurisdiktion unterfallen, wenn der Anbieter außerhalb der EU ansässig ist oder entsprechenden ausländischen Zugriffsgesetzen unterliegt. Die Einhaltung von Vorgaben zum Speicherort allein gewährleistet daher keine vollständige Datensouveränität.
Der EU-Rechtsrahmen für Datensouveränität
Die DSGVO definiert unter anderem Anforderungen an Transparenz, Einwilligung, Meldepflichten bei Datenschutzverletzungen sowie Bedingungen für Datenübermittlungen in Drittstaaten, sofern kein angemessenes Schutzniveau gewährleistet ist.
Der Data Governance Act (DGA) fördert den sicheren, EU-kontrollierten Datenaustausch über vertrauenswürdige Vermittlungsstellen innerhalb europäischer Governance-Strukturen. Der Data Act konzentriert sich auf fairen Zugang zu Industriedaten, Datenportabilität sowie Schutzmechanismen gegen unrechtmäßige Zugriffe durch Behörden außerhalb der EU, anstatt pauschale Transferverbote vorzusehen.
Die European Strategy for Data unterstützt darüber hinaus die Entwicklung vernetzbarer europäischer Datenräume in zentralen Wirtschaftssektoren.
Was das für Rechenzentren bedeutet
Infrastrukturentscheidungen werden zunehmend nicht mehr ausschließlich anhand von Leistung und Kosten getroffen, sondern orientieren sich verstärkt an Souveränität, Governance und Kontrolle, insbesondere in regulierten Branchen, im öffentlichen Sektor sowie im Umfeld kritischer Infrastrukturen. Im Fokus stehen dabei Cloud-Umgebungen unter EU-Rechtsrahmen, hybride Architekturen zur gezielten Isolation sensibler Daten, EU-exklusive Servicemodelle sowie eine durchgängige Transparenz über Datenflüsse, Backup-Strategien und Failover-Strukturen.
Die Rolle von Speicher in der Datensouveränität
Souveränitätskonforme Speicherlösungen spielen eine zentrale Rolle in rechtlichen und operativen Governance-Strukturen und erfordern unter anderem:
• hardwarebasierte Verschlüsselung • Schutz bei Stromausfällen zur Sicherung der Datenintegrität • durchgängige Datenintegritätsgarantien • hohe Ausdauer und stabile Performance unter Dauerlast
Risiken für KMU im Umgang mit Cloud- und SaaS-Diensten
Viele kleine und mittlere Unternehmen sind sich ihrer potenziellen Risiken nicht ausreichend bewusst, da sie stark auf globale SaaS-Plattformen setzen, bei denen Datenstandorte und rechtliche Zuständigkeiten oft nur eingeschränkt nachvollziehbar sind. Selbst Daten, die innerhalb der EU gehostet werden, können einer ausländischen Jurisdiktion unterliegen, insbesondere dann, wenn der Anbieter außerhalb der EU ansässig ist oder auf externe Betriebsstrukturen zurückgreift. Zusätzlich befinden sich häufig auch Backups, Protokolle, Analyseprozesse oder eingebundene Drittverarbeiter außerhalb europäischer Rechtsräume.
Praktische Maßnahmen zur Stärkung der Datensouveränität für KMU
KMU können ihre Risiken im Bereich der Datensouveränität durch eine Reihe gezielter Maßnahmen deutlich reduzieren. Dazu gehört der Aufbau souveräner lokaler oder offline gespeicherter Kopien sensibler Daten ebenso wie die konsequente Anwendung der 3-2-1-Backup-Strategie unter Einsatz hardwareverschlüsselter Speicherlösungen. Ebenso wichtig sind regelmäßige Prüfungen von Datenverarbeitungs- und Subprozessorvereinbarungen sowie die Diversifizierung von Anbietern, um Abhängigkeits- und Jurisdiktionsrisiken zu minimieren. Ergänzend sollte die rechtliche Grundlage der Datenverarbeitung im Rahmen strukturierter Compliance- und Risikoanalysen dokumentiert werden.
Letztlich bedeutet EU-Datensouveränität, die rechtliche, operative und strategische Kontrolle über Daten zu sichern. Durch die Kombination von Cloud-Flexibilität mit sicherem, hardwareverschlüsseltem Speicher und transparenter Governance können Unternehmen regulatorische Anforderungen erfüllen und zugleich ihre kritischsten Daten konsequent innerhalb europäischer Rechtsstrukturen absichern.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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