Die RAM-Krise geht weiter
Wer seinen PC aufrüsten oder einen neuen Rechner kaufen möchte, sollte besser nicht mehr lange warten.
Von Christoph Miklos am 29.06.2026 - 23:34 Uhr - Quelle: Investmentbank Jefferies

Fakten

Hersteller

Kingston Technology

Release

1987

Produkt

Arbeitsspeicher

Webseite

Wer seinen PC aufrüsten oder einen neuen Rechner kaufen möchte, sollte besser nicht mehr lange warten. Nach einer aktuellen Analyse der Investmentbank Jefferies steuert der Speichermarkt auf die nächste massive Preiswelle zu. Verantwortlich dafür ist der ungebrochene KI-Boom, der die Produktionskapazitäten der Speicherhersteller zunehmend verschlingt.
Die Prognose fällt drastisch aus: Bereits im dritten Quartal 2026 sollen die Preise für DRAM-Speicher um 40 bis 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Im vierten Quartal könnte ein weiterer Aufschlag von 30 bis 40 Prozent folgen. Damit liegen die Erwartungen von Jefferies deutlich über den Vorhersagen anderer Marktbeobachter.
Der Grund ist schnell erklärt: Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Fertigung immer stärker auf High Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Beschleuniger und Rechenzentren von Konzernen wie Amazon, Google und Microsoft benötigt wird. Für klassischen DDR5-Arbeitsspeicher bleibt dadurch immer weniger Produktionskapazität übrig.
Wie angespannt die Lage inzwischen ist, zeigte auch die ISC 2026 in Hamburg. Dort sprach Lenovo bereits vom sogenannten „RAMaggeddon“ und machte klar, dass die günstigen Speicherpreise der vergangenen Jahre wohl Geschichte sind. Hoffnung auf schnelle Entspannung gibt es ebenfalls kaum, denn chinesische Hersteller spielen auf dem Weltmarkt bislang nur eine untergeordnete Rolle.
Ein Ende der Preisrallye ist derzeit nicht in Sicht. Jefferies erwartet auch für 2027 weitere Preissteigerungen von bis zu 45 Prozent. Erst ab 2028 könnten neue Fertigungskapazitäten den Markt langsam entspannen. Bis dahin müssen Käufer damit rechnen, für PCs, Notebooks und Konsolen deutlich tiefer in die Tasche zu greifen – oder sich mit einer geringeren Speicherausstattung zufriedenzugeben.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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